Andacht

Andacht

Liebe Leser,

was für ein Jahr geht bald zu Ende! 2020 wird mit Sicherheit ein historisches wer den. Irgendwie ist es gar nicht richtig los gegangen. Eigentlich haben wir seit Ende Februar nur ausgeharrt in einem nie da gewesenen Stand-by-Modus. Und abgewartet: auf bessere Zahlen und Zeiten. Das hat auch nie ganz aufgehört und wir sind in einer etwas unwirklichen, immer gefährdeten Form von Normalität angekommen. Über den Veranstaltungen liegt die Frage: Geht das? Und die Konzerte werden immer noch abgesagt. Die Verunsicherung ist hoch. Alles ist irgendwie anders – diesen Satz habe ich oft gehört und gelesen. Der verordnete Abstand und die Regeln für den Umgang miteinander sind weder für die Gesellschaft noch für eine Gemeinschaft wie eine Kirchgemeinde einfach. Aber ignorieren oder wütend draufschlagen ist wohl auch kein sinnvolles Verhalten dazu.

Es hat, wie so Vieles, aber auch eine Chance: denn wir müssen eine neue Art der Rücksicht einüben und den Blick auf Gefährdete haben und halten. Es gibt ein Bewusstsein für Gesundheit, die so deut lich noch nie und vor allem weltweit auf gekommen ist. Das schärft auch die Sensibilität für die Umwelt- und Klimafragen nachhaltig. Die Menschen sehen sich einschneidend mit den Existenzfragen konfrontiert und es entwickelt sich dabei eine Wertschätzung dessen, was wir haben. Das Stichwort Dankbarkeit hat sich eben auch eingestellt. Das ist mir zumindest sehr aufgefallen. Mit all diesen un gewohnten und nicht gerade einfachen Entwicklungen haben wir zu tun und auch daran zu tragen. Denn ein klares Ende scheint nicht in Sicht. Wir werden wohl mit solchen Viren ganz einfach leben müssen. Das erfolgreiche Impfmittel bleibt abzuwarten.

Da ist es wichtig, innerlich flexibel zu reagieren. Die Möglichkeiten genauso wahrzunehmen neben Beschwernissen. Und auch: diese ganzen Ereignisse vor Gott zu legen und Impulse zu Veränderungen mitzunehmen. ER ist in allen Veränderungen nämlich gleich geblieben. Und auch der Sinn, warum wir uns zusammenfinden, unseren Glauben teilen und in der Welt leben. Das hat sich nicht verändert. Gott ist und bleibt der Tröster und Vater und Freund. So klingt es auch aus dem Monatsspruch für November: Gott spricht: sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. (Jeremia 31,9)

Ich wünsche uns allen, dass wir getröstet durch die kommende Advents und Weihnachtszeit gehen und dann ins neue Jahr!

Es grüßt sehr herzlich
Ihre Pfarrerin
Friederike Kaltofen